Aufführung von "Jedermann" in der Kirche Börnichen (17.03.2012)

Die erste Aufführung des "Jedermann"-Musicals im mittlerweile schon nicht mehr ganz so neuen Jahr war aus zwei Gründen eine ganz besondere. Erstens war das Konzert in Börnichen bei Zschopau ursprünglich bereits für Herbst 2010 geplant gewesen. Aufgrund des Fehlens zahlreicher Mitwirkender hatten wir es damals allerdings – wohl zum ersten Mal in der langen Bandgeschichte – kurzfristig absagen müssen. Mit dem "Nachholen" fast 18 Monate später konnten wir also gewissermaßen eine ausstehende Schuld begleichen. Zweitens waren aufgrund des (partiellen) Ausscheidens einiger Chormitglieder im Vorfeld – namentlich Katrin, Heike W. und Stefan, letztere nur für den "Jedermann" – mehrere Umbesetzungen nötig geworden. Die gravierendste betraf die tragende Rolle des Mr. DeVil, die von Andreas übernommen wurde, der dafür natürlich seine Gitarren im heimischen Wohnzimmer zurücklassen musste. Für ihn sprang Florian ein, der bekanntlich bereits beim Weihnachtsprogramm "Sanctus" mitgewirkt und nun in kürzester Zeit die ungleich schwierigeren und umfänglicheren Gitarrenpassagen des Musicals eingeübt hatte. Auch in einigen kleineren Rollen gab es Veränderungen, und die Geschwister Janina und Jessica standen erstmals das komplette Programm mit auf der Bühne. Insgesamt hatte die Aufführung – fast fünf Jahre nach dem ersten Auftritt mit "Jedermann" in Löbau – damit fast den Charakter einer zweiten Premiere.

Die frühlingshaften Temperaturen von um die 20 Grad an diesem Wochenende hatten die Aufbaumannschaft – die mit Stefans Transporter unterwegs sein konnte, vielen Dank dafür! – zum Anlegen einer eher lässigen Kleidung animiert. Dies erwies sich beim Betreten der kürzlich mit EU-Mitteln sanierten, schmucken Kirche in Börnichen als ein Fehler. Das Gebäude befand sich nämlich noch im "Winterschlaf", so dass es drinnen um einiges kälter war als draußen. Auch die etwas beengten Platzverhältnisse erforderten Kreativität. Von unserem sonst quadratischen Traversengestell zum Aufbau der Dekoration und der Bühnenmikrofonierung kamen nur die Vorder- und Rückseite zum Einsatz. Auch so war es auf der Bühne noch recht kuschelig, was angesichts der Kühle dann im Verlauf des Auftritts aber durchaus willkommen war. Auch wurde der Mittelgang später zu einigen Ausflügen genutzt und mehr als sonst mit ins Spiel einbezogen. Die Band musste sich diesmal leider trennen: Klavier und Keyboards standen auf der (von vorn gesehen) linken, Gitarre und Rhythmusgruppe auf der rechten Bühnenseite. Da Schlagzeugerin Kerstin während des Stücks ja zweimal auch am Piano tätig wird, wurde spontan noch die neue Rolle der besenschwingenden Putzbrigadenleiterin Frau Schulze eingeführt, um eine handlungsgerechte Erklärung für ihren Seitenwechsel bieten zu können.

Die abendliche Aufführung vor etwa 75 Zuschauern war dann trotz dieser zahlreichen Unwägbarkeiten eine sehr gelungene. Die "Umbesetzten" füllten ihren jeweiligen Rollen überzeugend und fehlerlos aus, die Band kam mit der räumlichen Trennung gut zurecht, die Schauspieler und Sänger stellten sich schnell auf die Platzverhältnisse ein. So wusste das Stück nicht nur musikalisch, sondern auch emotional wieder voll zu überzeugen. Besonders beim abschließenden Halleluja-Chor konnte man im Publikum die eine oder andere Träne beobachten. Nach einer kurzen Zeit der Unsicherheit bezüglich der Zukunft des "Jedermann"-Musicals können wir nach dieser Aufführung also sagen: Es geht weiter! Ein herzlicher Dank gilt auch den Veranstaltern vor Ort für die freundlichen Aufnahme inkl. Verpflegung – wir würden gern wieder einmal zu Besuch kommen!

Martin


- Bilder anschauen (externer Link zu unserem Imagehoster)
- Kommentar abgeben (externer Link zu unserem Blog)
- Zeitungsartikel zur Veranstaltung (interner Link zur Rubrik "Presse")

nach oben