Jubiläumswochenende "40 Jahre Adora" in der
Stadtkirche Burgstädt (27.-29.09.2013)

40 Jahre Band und Chor Adora – eine lange Zeit, in der nur die wenigsten Musikformationen fast durchgängig tätig sind. Grund genug für uns, gemeinsam zu feiern und Gott zu danken für alles, was er uns geschenkt hat. Wie schon 2003 und 2008 bildete die Burgstädter Stadtkirche den Ort der Jubiläumsaktivitäten, und das diesmal gleich für ein ganzes Wochenende.

Am Freitag ging es los mit der vorerst letzten Aufführung unseres "Jedermann"-Musicals. Zum insgesamt 28. Mal wurde das Stück auf die Bühne gebracht, davon hatten vier Konzerte zu unterschiedlichen Anlässen an unterschiedlichen Orten in Burgstädt stattgefunden. Die Stadtkirche war allerdings noch nicht darunter gewesen, so dass es höchste Zeit wurde, auch hier noch einmal zu gastieren. Und keine Darbietung ohne Premiere: Zum Abschluss standen die Nachwuchs-Gräser-Geschwister Jessica und Janina das ganze Stück mit auf der Bühne, nachdem sie zuvor mehrfach unabhängig voneinander bzw. für Einzelpassagen mit dabei gewesen waren. Um die 100 Besucher hatten sich aufgemacht und verbrachten den Abend mit uns, der für alle ein sehr emotionaler war. Die Premiere in Löbau im Juni 2007 lag ja immerhin schon mehr als sechs Jahre zurück – so lange hatten wir es bisher noch mit keinem Stück "ausgehalten" und trotz der Umbesetzungen Anfang 2012 kontinuierlich aufgeführt. Außer dem heimischen Sachsen wurden dabei mit Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (teilweise mehrfach) noch vier andere Bundesländer besucht. Allein für diese Touren summieren sich die gefahrenen Kilometer auf mehr als 4000 pro Fahrzeug – nicht selbstverständlich für eine Gruppe aus weit mehr als 20 Leuten, die das ohne monetären Anreiz in ihrer Freizeit machen. Entsprechend wurde zum Abschluss noch einmal alles gegeben, und für viele Zuschauer, die das Stück schon mehrfach erlebt hatten, war diese Aufführung die intensivste. Aber auch die "Erstbesucher" zeigten sich am Ende begeistert, und den Satz "Hätten wir das doch nur eher gekannt" hörte man nicht nur einmal.

Einen Tag später war das Lampenfieber dann um einiges höher, stand doch die Premiere der Neuinszenierung von "Verloren? Gefunden!" auf dem Plan. Es war ein langer Weg bis dahin, nachdem wir uns Anfang 2011 aus verschiedenen Gründen entschieden hatten, den eigentlich geplanten "Jedermann"-Nachfolger zunächst nicht in Angriff zu nehmen. Im Frühjahr 2012 hatten dann die Proben für die Neuauflage des Gleichnisses von den zwei verlorenen Söhnen aus Lukas 15, 11-32 begonnen. 1999/2000 hatte Andreas die biblische Geschichte erstmals in musikalische Formen gegossen. die Uraufführung war damals am 10. Juni 2000 in Elbingerode über die Bühne gegangen. Schon damals hatte es einige kurze Schauspielszenen gegeben, womit erstmals die Grenze zum Musical gestreift wurde. Diesen Weg sollten wir mit den Weihnachtsprogrammen "Ankunft" von 2004/05 und "Alles Zufall, oder?" von 2010/11 sowie eben dem "Jedermann"-Musical weiterbeschreiten und auch jetzt wieder fortführen. Die Zwischenszenen wurden von Martin stark ausgebaut und einige neue Rollen eingeführt, so dass die Spielzeit auf fast 90 Minuten anstieg und darin selbst "Jedermann" übertrifft. Zur Überarbeitung gehörte auch die "Generalüberholung" einiger Lieder wie "Unbegreiflich ist die Liebe", dem Andreas neue Melodien und Rhythmen verpasste. "No Hope" wurde durch das bereits für die Urfassung geplante "Drugs, Sex and Rock'n Roll" ersetzt, dass den Abstieg des Sohnes etwas krasser vermittelt und wofür der Text durch Martin (ähnlich wie bei "In the Name of Love") stark erweitert wurde. Die Grundkonzeption aber blieb unangetastet, und auch wenn die Geschichte in einigen Punkten dem "Jedermann"-Stoff ähnelt, setzt sie an vielen Stellen doch eigene Akzente. Und ein Utensil durfte natürlich auch diesmal nicht fehlen: unsere unverwüstliche Mülltonne als Transportbehältnis für Mikrofonständer und ähnliches, aber auch als Teil des Bühnenbildes, die uns seit der damaligen Aufführung in Elbingerode und mithin nun auch schon seit mehr als 13 Jahren begleitet. Für die Hintergrunddekoration zeichnete erneut Ute verantwortlich – teilweise unter Wiederverwertung von Motiven aus dem "Menschenfischer"-Programm, bei der Kostümschneiderei legte Martina mit Hand an. Auf der Bühne waren Jessica, Janina, Josephine und Pauline erstmals von Anfang an mit in ein neues Großprojekt eingebunden. Bandseitig waren mit Andreas und Florian im Gegensatz zu den Vorgängerprogrammen zwei Gitarristen am Start, dafür mit Holger nur ein "hauptamtlicher" Tastendrücker, da Martin seine Rolle des verlorenen Sohnes aus der ursprünglichen Fassung wieder aufnahm – diesmal allerdings ohne Baseballcap... Auch die Gräser-Brüder Mirko, Tobias und Markus füllten ihre Rollen als Vater, Bruder und Guru erneut aus. Mirko hatte in diesem Zusammenhang ein ganz eigenes Jubiläum zu feiern – seit 1983 ist er ununterbrochen in Band und Chor aktiv, damit dienstältester Mitwirkender! Ute agierte wieder als Drogendealer, der Solopart der Prostituierten wurde von Lydia übernommen. Gänzlich neu waren als Hauptakteure zwei Jünger, die von Karla und Heike gespielt wurden, und die die Rahmenhandlung des Stückes begleiteten. Es galt also einiges an Text zu lernen, neue Abläufe einzustudieren, Bühnenbild- und Instrumentenwechsel zu planen. Einige kleiner Holperer waren dabei noch zu verzeichnen, aber gerade in puncto Ausstrahlung und Intensität wusste bereits diese erste Aufführung sehr zu überzeugen, was auch die Reaktionen der etwa 120 Zuschauer bestätigten.

Im Anschluss an das Konzert folgte dann das gemütliche Beisammensein in unseren "Proberäumen" in der Evangelisch-Kirchlichen Gemeinschaft, wo auch – wie beim Kaffeetrinken am Nachmittag – einige Ehemalige zu uns stießen. Die wirkten ebenfalls im Gottesdienst am Sonntag mit, wo wir u. a. zwei Vortragslieder zu Gehör brachten: "Brüder im Haus des Herrn" (das Schlussstück aus "Verloren? Gefunden!") und "Für alle Zeit", dessen Text aus der Feder von Bandgründer Jörg Börner stammt, der die Gruppe von 1973 bis 1999 geleitet hatte und wie in alten Zeiten den Sologesang übernahm. Ein anstrengendes, aber auch sehr gesegnetes und erfahrungsreiches Wochenende fand somit mit einer Hymne an den sein Ende, der uns das alles erst ermöglicht: unserem Vater im Himmel. Ein besonderer Dank geht auch an Markus, der alle organisatorischen Lasten auf sich genommen und bravourös ge- und ertragen hatte.

Martin

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