Kapitel 11: Zurück in die Gegenwart (2013/14)

Und dieses Projekt war zumindest teilweise ein "alter Bekannter": Wir entschlossen uns nämlich, das zwischen Juni 2000 und September 2002 zwölfmal aufgeführte "Verloren? Gefunden!" neu zu bearbeiten. Schon damals hatte es einige kurze Schauspielszenen gegeben, womit erstmals die Grenze zum Musical gestreift wurde – ein Weg, den wir seitdem in mehreren Programmen weiterbeschritten hatten und auch jetzt wieder fortführten. Die Zwischenszenen wurden von Martin stark ausgebaut und einige neue Rollen eingeführt, so dass die Spielzeit auf fast 90 Minuten anstieg und darin selbst "Jedermann" übertrifft. Zur Überarbeitung gehörte auch die musikalische und textliche "Generalüberholung" einiger Lieder durch Andreas und Martin. An der Dekoration arbeitete neben Ute diesmal auch Martina mit. Für den Chor gab es ebenfalls Verstärkung: Jessica, Janina, Josephine und Pauline waren erstmals von Anfang an mit in ein neues Großprojekt eingebunden. Technisch wurde ebenfalls aufgerüstet und nach zehn Jahren ein neues, diesmal digitales Mischpult angeschafft, die Lichtanlage auf LED umgestellt.

Die Uraufführung fand nach mehr als einjähriger Probenzeit an einem ganz besonderen Wochenende statt: Ende September 2013 feierten wir in der Burgstädter Stadtkirche unser 40-jähriges Jubiläum. Den Auftakt bildete am Freitag die vorerst letzte Aufführung des "Jedermann"-Musicals, am Samstag debütierte die Neufassung des "Gleichnisses von den zwei verlorenen Söhnen". Am Sonntag wurde der Gottesdienst mit ausgestaltet, wobei u.a. Gründungsmitglied Jörg Börner mit im Altarraum stand. Auch über diesen Anlass hinaus waren wir wieder vermehrt in der Burgstädter Kirchgemeinde aktiv, etwa zum ersten "Lebendigen Gottesdienst" im März oder beim Allianzzeltgottesdienst zum Stadtfest im Oktober – Anlässe, die auch in den Folgejahren wieder bedient wurden. Weitere Aufführungen des neuen Musicals erfolgten Ende November 2013 in der Evangelisch-Kirchlichen Gemeinschaft und, über 2014 verteilt, in Jahnsdorf, Wiederau, Topfseifersdorf, Zwochau und Mülsen-Thurm.

Für das Weihnachtsprogramm zeichnete 2013 Martin verantwortlich. Mit "Kyrie" wurden Liedtexte und Gedichte des Schriftstellers Jochen Klepper (1903–1942) neu vertont. Bei eher zurückhaltender musikalischer Untermalung mit Klavier, Bass und Gitarre stand der Chorgesang im Vordergrund. Aufgrund des persönlichen Schicksals Kleppers, der gemeinsam mit Frau und Tochter aufgrund der drohenden Deportation durch die Nationalsozialisten im Dezember 1942 von eigener Hand aus dem Leben schied, bewegten sich die Melodie in einem Spannungsfeld aus Hoffnung und Resignation – ein herausforderndes Programm, das bei sieben Auftritten in Topfseifersdorf, Hartmannsdorf, Chemnitz, Auerswalde, Taura und zweimal Burgstädt aber gut angenommen wurde.

2014 war zu Weihnachten ebenfalls eine "Neuauflage" angesagt, wenn auch hier eine stark überarbeitete. 2006 waren wir zum Jahresende unter dem Titel "A chance to change" mit einem Gospelprogramm unterwegs gewesen, das seitdem mehrfach erweitert und ergänzt wurde und nun potentiell mehr als zwanzig Lieder umfasste. Davon wurden neun ausgewählt, zwei von ihnen hatten schon bei der "Urfassung" zum Programm gehört. Die übrigen sieben wurden teilweise bereits bei verschiedenen Gelegenheiten in den vorigen Jahren präsentiert – etwa bei drei Aufführungen im Sommer 2014 in Wechselburg, Hohenkirchen und Penig –, drei komplett neu eingeübte gab es aber auch, etwa das von Martin verfasste Titellied. Die Zwischentexte ebenfalls wurden neu geschrieben, so dass auch für diejenigen der Gottesdienstbesucher in Hartmannsdorf, Borna (bei Chemnitz), Wittgensdorf, Taura, Chemnitz und zweimal Burgstädt, die das Programm schon einmal gehört hatten, genug Unbekanntes dabei gewesen sein dürfte.

nach oben