Jedermann – Das Musical


Stell dir vor, du hättest noch genau eine Stunde zu leben ...

Genau vor dieser Situation steht Jedermann, ein erfolgreicher Geschäftsmann, dem bisher kaum etwas im Leben verwehrt blieb. Mitten in einer Party lädt ihn der Tod vor Gottes Richterstuhl.

Die Geschichte vom Sterben des reichen Mannes wurde bereits im Mittelalter erzählt, von Hans Sachs aufgegriffen und 1911 von Hugo von Hofmannsthal in eine Bühnenfassung gebracht, die zu den eindringlichsten Theaterstücken des deutschen Sprachraums gehört.

ADORA haben sich des alten Stoffes erneut angenommen, ihn in eine zeitgemäße Sprache gebracht und musikalisch untersetzt.

- Text und Musik von Andreas Munke
- geschrieben 2005
- Uraufführung am 16.06.2007 in Löbau
- DVD-Aufnahme am 02.05.2008 in Burgstädt
- bis heute 30 mal aufgeführt

- Gitarre: Andreas Munke
- Bass: Mirko Gräser
- Klavier und Keyboards: Michael Gräser und Holger Weise
- Schlagzeug: Kerstin Arnold

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Videoausschnitte auf YouTube:




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Liedtexte:

1. Gottes Klage

O Mensch wie hast du dich entfernt,
von meinen guten Wegen.
Voll Hochmut ziehst du deine Bahn
missachtest meinen Segen.
Vergessen hat wohl Jedermann,
wer Tod und Leben schenken kann.
Nur ICH allein kann's geben.

Um eure Sünde zu bezahl'n,
mein Sohn am Kreuz musst leiden.
Ich selbst ward arm und wurde Mensch,
den Weg euch zu bereiten.
Doch ach, ihr gebt nur Spott und Hohn,
als meiner großen Gnade Lohn
wollt wider mich ihr streiten.

Drum Tod mein starker Bote geh
und mach dich auf zu Jedermann.
Wo du ihn triffst, da stelle ihn
und sag ihm meine Botschaft an.
Zur Reise mach er sich bereit
denn es ist für ihn an der Zeit,
um abzurechnen tret' er an.

2. Lied des Todes

Herr wie du befohlen hast,
werde ich nun gehen.
Jedermann der dich verlacht,
soll ins Aug' mir sehen.

Jedermann, der nur auf Geld
und auf Macht sein Leben stellt,
auf den leg ich unverwandt
meine kalte Hand.

Jedermann der gern vergisst,
dass er nicht alleine ist
auf der Welt die du ihm gabst,
den stoß ich ins Grab.

3. Habt ihr gehört von Jedermann

Habt ihr gehört von Jedermann,
der alles schafft und alles kann.
Habt ihr gehört von Jedermann,
ganz an der Spitze kam er an.
Habt ihr gehört von Jedermann,
was der sich alles leisten kann.

4. Jedermann kann

Hier steh ich nun, und habs geschafft.
Ich ganz allein, aus eigner Kraft.
Hab massig Geld, fünf Autos manches Haus.
Die Prominenz geht bei mir ein und aus.
Ich bin ein Mann, den jeder kennt.
War selbst zu Gast beim Ministerpräsident.
Auf Seite eins prangt häufig mein Gesicht.
Ich werd hofiert als Börsenschwergewicht.
Denn geschickt akquirieren öffnet Märkte und Türen
bis in die high society.
Man muss scharf kalkulieren um Gewinn zu kassieren
ja es lebe die new economy.

Jedermann, Jedermann kann.
Jedermann, Jedermann kann.
Jedermann kann, Jedermann kann es.
Jedermann kann, Jedermann kann es.
Jedermann kann es ganz nach oben schaffen.

Ich leb mein Leben schnell und voller Schwung.
Ich herrsche über ein Imperium.
Mein Kapital zeugt täglich neues Geld,
ich habs geschafft, was kostet mich die Welt.
Ich bin bekannt als Mann der Tat.
Die Konkurrenz, die mach ich platt.
Ich mische mit im grossen Spiel.
Wer nichts riskiert, ja der gewinnt nicht viel.
Mich am Markt zu platzieren, clever zu investieren
fiel mir so leicht wie noch nie.
Steuern zu minimieren und Behörden zu schmieren,
ja es lebe die new economy.

5. Er streut Salz

Er streut Salz in meine offnen Wunden.
Mein Gott, was hab ich falsch gemacht.
Ich hab ihm deinen Weg gewiesen.
Er wird ihn gehen, hab ich gedacht.
Wird er an deinem Tische sitzen.
Wird er wohl einst vor dir bestehn.
Wird er die Herrlichkeit erleben,
oder wird er draußen stehn.

Lass ihn los, du kannst ihn nicht halten.
Was zu tun war, hast du getan.
Er muss sein Leben selbst gestalten,
es kommt auf ihn selber an.

Er streut Salz in meine offnen Wunden.
Voll Sorge seh ich, wie er lebt.
Er hängt sein Herz an Nichtigkeiten.
Nicht von Bestand ist's, was er erstrebt.
Hat deinen Weg schon längst verloren,
zur dunklen Seite ziehts ihn hin.
Er ist mein Kind, will für ihn beten,
doch ich habe Angst um ihn.

6. Was soll'n wir denn tun

Die Welt bricht aus den Fugen.
Die Armen werden ärmer,
bis fast nichts mehr geht.
Die Wolkenkratzer werfen Schatten.
Pech für den, der auf der falschen Seite steht.
Die einen schlürfen täglich Austern,
die andern fressen Müll, der in der Gosse treibt.
Die einen nehmen, was sie wollen,
die anderen, was bleibt.

Was soll'n wir denn tun - Wir können nichts dafür.
Was soll'n wir denn tun - Warum ausgerechnet wir.
Was soll'n wir denn tun - Jemand kümmert sich schon drum.
Was soll'n wir denn tun - Und überhaupt, warum?

Ihr seid sogar bereit zu geben,
wenn euch das Fernsehn Schreckensbilder eingehämmert hat.
Das kleine Leid vor eurer Haustür,
seht ihr nicht, es findet scheinbar nicht mehr statt.
Schon wachst ihr fest an euren Sesseln
und wartet lieber ab, bis draußen Ruhe ist.
Wollt ihr's nicht sehen, dass der Wohlstand,
die eignen Kinder frisst.

7. Mit dir

Dein Lächeln überstrahlt die Sonne.
Dein Blick ist tiefer als das Meer.
Wie ein Wind fegst du mitten durch mein Leben.
Ich habe dich und was will ich noch mehr.
In deinem Arm bin ich geborgen.
Mag es auch stürmen rings umher.
Bin ich bei dir, vergess ich alle Sorgen.
Ich habe dich und was will ich noch mehr.

Denn mit dir greif ich nach den Sternen.
Denn mit dir geh ich mitten durch das Meer.
Mit dir hebe ich die Welt aus den Angeln.
Wir haben uns, was wollen wir noch mehr.

Ein Kuss von dir lässt mich erbeben,
wild schlägt das Herz mir hin und her.
Du lässt mich fliegen, über Wolken schweben.
Ich habe dich und was will ich noch mehr.
Von deinen Lippen will ich trinken.
Und sei der Becher einstmals leer,
will ich mit dir zusammen niedersinken.
Ich habe dich und was will ich noch mehr.

Mit dir tret ich selbst dem Tod entgegen.
Gehe Wege ohne Wiederkehr.
An deiner Seite breche ich alle Regeln.
Ich habe dich und was will ich noch mehr.

8. Es ist soweit

Komm Jedermann es ist soweit,
der Herr erwartet dich.
Vorbei ist deine Erdenzeit,
steh auf und zögre nicht.
Die Stunde ist gekommen,
wir müssen gehn.
Denn noch heute sollst du vor dem Schöpfer stehn.

Heut fordert Gott die Rechnung ein.
Du kommst von ihm, du kehrst zurück.
Dein ganzes Leben liegt vor dir,
in einem Augenblick.
Es ist der Tag der Wahrheit,
an dem sich zeigt,
nach welcher Seite sich die Waage neigt.

Biet ihm doch Geld, du bist so furchtbar reich.
Vor dem Tod sind alle Menschen gleich.
Flieh, wenn du kannst, schon tritt er zu dir hin.
Nie kann je ein Mensch dem Tod entfliehn.

9. Da kommen wir nicht mit

Jedermann, da kommen wir nicht mit.
Das wirst du doch verstehen.
Jedermann, diesen letzten Schritt
musst du schon alleine gehen.

Du warst so stolz, jetzt hat dein Glück dich verlassen.
Grad noch ganz oben und nun steckst du tief drin.
Ist das dein Ernst? Nein, ich kann es nicht fassen.
Da komme ich bestimmt nicht mit hin.
Wenn es etwas umsonst gab,
war'n sie immer zur Stell,
meine lieben Verwandten,
nun sind sie weg und zwar schnell.

Ich würde gerne deinen Reichtum verwalten.
Auch deine Freundin wird bei mir sicher sein.
Bei allen Späßen will ich gern zu dir halten.
Doch für diesen Trip plan mich bitte nicht ein.
Warst mein bester Vertrauter.
Habe ich mich geirrt.
Lässt du mich eiskalt sitzen,
Jetzt, wo's für mich brenzlig wird.

Wenn uns der Tod nun höchstpersönlich will scheiden.
Kann ich rein gar nichts tun, es muss wohl so sein.
Auf diesem Wege werd ich dich nicht begleiten.
Frag wen du willst, doch ich sage nein.
Hast auch du mich verraten.
Ging dir's nur um mein Geld.
Und jetzt, wo ich dich brauche.
Hast du mich glatt kaltgestellt.


10. Mammon

Du glaubst du hast mich, ganz in der Hand.
Derweil führ ich dich fest am Gängelband.
Du hast gemeint, ich gehöre dir.
Doch du musst gehen und ich bleib hier.
Du denkst ich mach dir alles recht,
dabei bist du mein Knecht.

Du glaubst du hast mich.
Und dabei habe ich dich.
Du glaubst du hast mich.
Und dabei habe ich dich.

Ich bin ein rein virtuelles Produkt.
Oft das Papier nicht wert auf dem man mich druckt.
Ich bin ein flüchtiger Gesell.
Meist komm ich langsam und gehe schnell.
Ich bin nicht mehr als eine Zahl,
mein Wert ist irreal.

Du hast gekonnt mit mir jongliert.
Doch du hast dich total verkalkuliert.
Hast mich im Griff hast, du gedacht,
doch ich hab dich kaputt gemacht.
Denn jetzt kommt es auf Dinge an,
die man nicht kaufen kann.

11. Lasten

All die ungetanen Werke,
all die unerfüllten Bitten,
all die ungegebnen Gaben
lasten nun auf dir, lasten schwer auf dir.

All die ungesagten Worte,
all die ungespielten Töne,
all die ungesungnen Lieder
lasten nun auf dir, lasten schwer auf dir.

All die unvergossnen Tränen,
all die unertragnen Schmerzen,
all die ungelittnen Leiden
lasten nun auf dir, lasten schwer auf dir.

12. Der große Verführer

Die Würfel sind gefallen, die Karten sind gemischt.
Ein unschlagbares Angebot liegt vor dir auf dem Tisch.
Kein Skrupel, keine Hemmung, wer zögert, der verliert.
Los greife dir den Jackpot, eh ein andrer ihn kassiert.
Die Augen voller Gier, auf kahlen Stirnen perlt der Schweiß.
Dein Gegenüber grinst dich an, der Preis ist heiß.

Er ist der große Verführer, der dunkle Fürst dieser Welt,
ist der gefallene Engel, er lockt mit Macht und mit Geld.

Ich komm nicht mit zwei Hörnern und nicht in schwarzem Tuch.
Ich komm nicht mit dem Pferdehuf und schwefligem Geruch.
Ich bin dein netter Nachbar, vielleicht eine schöne Frau
und wie ich's grad bei dir versucht, weis keiner so genau.
Ich täusch voll List und geb' mein wahres Ich so schnell nicht preis.
Drum achte auf die Zeichen denn, der Preis ist heiß.

13. Bekehrung

Was kann ich tun? Hat es noch Sinn?
Seht ihr denn nicht, wie verloren ich bin.
Wer soll die Schuld, je vergeben,
war es vertan, dieses Leben.
Mir bleibt nichts als zu schrein als zu flehn als zu beten, oh Gott!

Wo werd ich stehn, nach dem Gericht.
Ewig verdammt oder im Licht.
Ewig getrennt und verloren.
Ewig geliebt, neu geboren.
Mir bleibt nichts als zu schrein als zu flehn als zu beten, oh Gott!

Schnell jagt die Zeit, schon läuft sie ab.
Schon stehe ich, nahe vorm Grab.
Und doch erfüllt mich ein Hoffen,
als sei für mich, der Himmel noch offen.
Mir bleibt nichts als zu schrein als zu flehn als zu beten, oh Gott!

14. Seelenstreit

Was treibt ihr hier für ein heimliches Spiel.
Was mir gehört, wollt ihr mir entreißen.
Dem der so willig ins Netz mir fiel,
wollt ihr den Weg in das Himmelreich weisen.

Geh aus dem Weg, hier hast du keine Macht.
Hier ist kein Platz für deinesgleichen.
Jesus hat ihm die Vergebung gebracht,
da müssen Satan und Hölle weichen.

Da ist ein Licht am Ende des Tunnels.
Da ist ein Ziel in der Ziellosigkeit.
Da ist ein Weg aus dem Netz des Verführers.
Da ist ein Halt in der Haltlosigkeit.

Seht sie um die Seele streiten.
Die dunkle und die helle Seite.
Da die Nacht und hier das Licht.
Ein Dazwischen gibt es nicht.

Niemals kommt jener so billig davon.
Kann er denn wirklich so einfach entfliehen.
Kann sich der Strafe für Hochmut und Hohn,
nur durch gestammelte Worte entziehen.

Für jeden Sünder, der wirklich bereut,
hat Jesus Christus die Schuld schon beglichen.
Hat ihn von all seinen Lasten befreit
und seine Sünden für immer gestrichen.

15. Finale

Wer kann das verstehen, er ist frei.
Doch es ist geschehen, er ist frei.
Rettung kurz vorm Grabe, er ist frei.
Groß ist Gottes Gnade, er ist frei.

Der Glaube hat die Schuld besiegt,
auch wenn die Last dich niederbiegt,
Schatten über dir hängt und zum Absturz dich drängt,
darfst du wissen, dass der Glaube siegt.

Wenn du tief gefallen bist,
wenn du deinen Herrn vergisst,
dann schließt Gott nicht die Tür,
soviel liegt ihm an dir,
weil Gott voller Liebe ist.

Wenn du vor dir selbst erschrickst,
wenn du in den Spiegel blickst.
So tief kannst du nicht fallen,
dass er dich nicht mehr hält,
weil Gott voller Liebe ist.

Halleluja!

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